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Das müssen Sie beim Kauf von Stückholz wissen

Brennstoff Stückholz: Von Heizwert bis Raummeter

Stückholz ist wunderbar günstig und nachhaltig. Doch in welchen Maßeinheiten kann man es kaufen? Welchen Heizwert hat welches Holz? Und welche Menge Scheitholz braucht man als Ersatz für Heizöl? Holen Sie sich den Überblick über die wichtigsten Eigenschaften des Brennstoffs Holz inklusive Umrechnungstabelle. Dazu gibt’s wertvolle Tipps für Einkauf und Lagerung.

Stückholz: der nachhaltige Brennstoff aus der Region

Österreichisches Brennholz stammt stets aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Unsere heimischen land‑ und forstwirtschaftlichen Betriebe verarbeiten dabei vorrangig Schad- und Bruchholz, das bei der Waldpflege anfällt, zu Stückholz. Es wird ein- bis zwei Jahre lang getrocknet und kann danach als Brennholz verwendet werden.

Aufgrund des verzweigten Wuchses fällt bei Laubbäumen (34 %) weitaus mehr Brennholz an als bei Nadelbäumen (9,5 %). Das trifft sich gut, denn der Heizwert von hartem Holz, das von Laubbäumen stammt, ist besser als der Heizwert von weichem Holz, das von Nadelbäumen stammt. Doch dazu später mehr. Sehen wir uns zunächst die wichtigsten handelsüblichen Maßeinheiten für Stückholz an.

Die wichtigsten Maßeinheiten und Mengenangaben für Stückholz

In den allermeisten Fällen wird Stückholz für moderne Stückholzheizungen in Raummetern [rm] verkauft. Die Länge der Scheite variiert dabei mit den Füllräumen der Brennstoffkammern; eine handelsübliche Größe sind Halbmeterscheite. Kürzere Stücke können auch als Schüttgut angeliefert und in Schüttraummetern [srm] verkauft werden. Hier eine schnelle Übersicht: 

1 Festmeter Holz [fm] ist 1 Kubikmeter [m³] festes, lückenloses Holz ohne Luftzwischenräume (Lücken werden herausgerechnet). Diese Maßeinheit wird hauptsächlich für Rundholz bzw. unbearbeitete Baumstämme verwendet.

1 Raummeter Holz [rm] ist 1 Kubikmeter [m³] geschlichtetes bzw. gestapeltes Holz inklusive Luftzwischenräume. Kauft man einen Raummeter Stückholz, bekommt man also ca. 70 Prozent Holz und 30 Prozent Luft. Er dient auch der ungefähren Abschätzung für die Größe des benötigten Brennstofflagers. Der Raummeter ist die am häufigsten für den Handel mit Stückholz verwendete Maßeinheit.

1 Schüttraummeter Holz [srm] ist 1 Kubikmeter [m³] geschütteter Holzscheite inklusive Luftzwischenräume. Kauft man also einen Schüttraummeter Stückholz, bekommt man oft nur 50 Prozent Holz und 50 Prozent Luft. Der Schüttraummeter wird vor allem für kleinere Holzteile wie Stückholz oder Hackgut verwendet und ist die ungenaueste Mengeneinheit. Auch der abgekürzte Begriff Schüttmeter Holz ist in der Praxis üblich.

Spickzettel: die Holz-Umrechnungstabelle

Für die Umrechnung zwischen Festmetern, Raummetern und Schüttraummetern gilt, analog zur obigen Holz-Umrechnungstabellealso:

  • 1 Festmeter [fm] ≙ 1,4 Raummeter [rm] ≙ 2,3 Schüttraummeter [srm]
  • 1 Raummeter [rm] ≙ 1,4 Schüttraummeter [srm] ≙ 0,7 Festmeter [fm]
  • 1 Schüttraummeter [srm] ≙ 0,7 Raummeter [rm] ≙ 0,4 Festmeter [frm

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Die gängigsten Holzarten für die Verwendung als Brennstoff

Unterschiedliche Holzarten eignen sich unterschiedlich gut zum Heizen. Dabei unterscheiden wir generell Hartholz und Weichholz: 

Höhere Heizwerte: Hartholz von Laubbäumen

Hartholz stammt von Laubbäumen, hat eine tendenziell dichte Zellstruktur und einen geringeren Harzgehalt als Weichholz. Es ist härter und schwerer – und eignet sich aufgrund seines vergleichsweise hohen Brennwertes bzw. Heizwertes sehr gut zum Heizen. Typische Vertreter sind Buche, Eiche, Robinie, Esche, Ahorn und Birke. Diese Holzarten werden vorzugsweise als Stückholz oder Scheitholz zum Verfeuern in modernen Stückholzheizungen verwendet. Sie eignen sich aber auch sehr gut für offene Kamine, Kachel- oder Zimmeröfen.

Niedrigere Heizwerte: Weichholz von Nadelbäumen

Weichholz stammt von Nadelbäumen, hat eine tendenziell weniger dichte Zellstruktur und einen höheren Harzgehalt als Hartholz. Es ist weicher und leichter. Zwar weist es einen vergleichsweise niedrigen Brennwert bzw. Heizwert gegenüber Hartholz auf, es eignet sich aber trotzdem gut zum Heizen, insbesondere zum Anheizen. Typische Vertreter sind Fichte, Tanne, Lärche und Kiefer.

Brennwert und Heizwert von Holz: Was ist was?

Brennwert und Heizwert von Holz wird oft synonym verwendet. Tatsächlich unterscheiden sich diese beiden Werte aber um ca. 10 % voneinander. Hier eine schnelle Begriffsklärung:

Der Heizwert von Holz ist jene Energiemenge, die freigesetzt wird, wenn der Holzbrennstoff verbrannt wird. Er beschreibt die nutzbare Wärmeenergie, wenn das Ergebnis der Verbrennung gasförmig bleibt. Dabei ist der Heizwert von Holz stets niedriger als der Brennwert – und zwar um ca. 10 %. Wenn Sie mit einer modernen zentralen Stückholzheizung bzw. einem Holzvergaser heizen, ist der Heizwert die für Ihr Heizsystem maßgebliche Größe.

Der Brennwert von Holz ist die maximale Energiemenge, die bei der vollständigen Verbrennung des Brennstoffs freigesetzt werden kann. Das schließt die Wärme ein, die bei der Kondensation des Wasserdampfs im Abgas entsteht. Der Brennwert von Holz ist dabei immer höher als der Heizwert. Wenn Sie mit einem Holzbrennwertgerät oder einem Stückholzkessel mit Brennwerttechnik heizen, ist der Brennwert die für Ihr Heizsystem maßgebliche Größe. Der Brennwert wird auch zum Vergleich mit fossilen Brennstoffen herangezogen.

Brennwert und Heizwert von Holz: Tabelle mit Heizölvergleich

Sowohl der Heizwert als auch der Brennwert von Holz werden in Kilowattstunden pro Raummeter [kWh/rm] oder Kilowattstunden pro Kilogramm [kWh/kg] angegeben. Beide Werte berechnet man mit Näherungsformeln, jeweils für eine ganz bestimmte Holzfeuchte. Alle Brennwerte und Heizwerte der Holzarten in der folgenden Tabelle beziehen sie sich auf eine Holzfeuchte von ca. 20 %. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie viele Liter Heizöl ein Raummeter Holz der jeweiligen Holzart ersetzen kann.

Tipps für Einkauf und Lagerung von Scheitholz

Tipps für den Einkauf: So bewerten Sie die Qualität des Brennholzes

Damit Ihre Stückholzheizung effizient, schadstoff- und emissionsarm arbeitet, benötigt sie Brennholz, das bestimmten Kriterien entspricht. Hier sind die wichtigsten:

  • Trockenes Holz mit einer Holzfeuchte unter 20 %: Brennholz sollte idealerweise eine Holzfeuchte von weniger als 20 % aufweisen; dann hat es einen guten Brennwert und verbrennt nahezu schadstofffrei. Die Holzfeuchte gibt den Wassergehalt des Holzes im Verhältnis zum Trockengewicht in Prozent an. Sie kann mit Hilfe eines Holzfeuchtemessgeräts einfach und schnell gemessen werden.
  • Sauberes Holz ohne Fäulnis: Gutes Brennholz ist sauber und frei von Fäulnis oder Pilzen. Holzteile, die lackiert oder anderweitig behandelt wurden, dürfen nicht verheizt werden.
  • Gleich lange Scheite: Im Idealfall sollten die Holzscheite gleich lang sein. Achten Sie bei der Brennholzbestellung auch darauf, dass die Scheite gut in den Brennstofffüllraum Ihres Scheitholzkessels bzw. in Ihren Ofen passen.

Tipps für die Lagerung von trockenem Brennholz

Die richtige Lagerung erhält die Qualität des Brennholzes und wirkt sich positiv auf die Energieausbeute beim Heizen aus. Darauf sollten Sie achten:

  • Trockener Lagerplatz: Trockenes Brennholz lagert am besten in trockenen, gut belüfteten Räumen, Schuppen oder Kellern. Wenn Sie einen Lagerplatz im Freien wählen, schützen Sie das Holz mit einer Überdachung oder Abdeckplane vor Regen und lagern Sie es nicht direkt auf dem Boden, um aufsteigende Feuchtigkeit zu vermeiden. Als Unterlage eignen sich Paletten oder Steine.
  • Schutz vor Wind und Witterung: Bei der Brennstofflagerung im Freien wählen Sie nach Möglichkeit einen schattigen, windgeschützten Lagerplatz. Direkte Sonneneinstrahlung bleicht das Holz aus und macht es spröde.
  • Stabile Stapelung: Trockenes Brennholz können Sie dichter stapeln als frisches. Trotzdem sollte zwischen den Scheiten noch immer ausreichend Luft zirkulieren können. Achten Sie unbedingt auf Stabilität und testen Sie den Stapel während des Holzschlichtens immer wieder, um ein Umfallen und eventuelle Unfälle zu vermeiden.

Was kostet eine Stückholzheizung mit Solar im sanierten Altbau?

Mit unserem kostenlos nutzbaren Online-Heizungsplaner finden Sie es in ein paar Klicks heraus! Ein Kostenbeispiel: Bei einem sanierten Altbau (Baujahr 1970 in Bad Gastein) mit 130 m² Wohnfläche müssen Sie für eine neue Stückholzheizung mit Solaranlage (Warmwasser) mit ca. 26.550 bis 35.920 Euro Investitionskosten und ca. 1.405 Euro Betriebskosten pro Jahr rechnen.

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Ein Screenshot aus dem Online-Heizungsplaner von HSH zeigt die Kosten für eine neue Stückholzheizung mit Solar im sanierten Altbau.

FAQ: Häufige Fragen rund um den Brennstoff Holz

Für ein Einfamilienhaus (Neubau) mit einer Wohnfläche von ca. 150 Quadratmetern in Österreich benötigt man ungefähr 15 bis 20 Raummeter Buchenholz pro Jahr, wenn man eine zentrale Stückholzheizung verwendet. Wie beim Pelletverbrauch kann der genaue Bedarf je nach Wärmedämmung, Heizungsanlage und Heizverhalten variieren. Neubauten sind in der Regel besser isoliert, was zu einem geringeren Holzverbrauch führen kann.

Die besten Brennwerte bzw. Heizwerte haben gut getrocknete Harthölzer bzw. Laubhölzer. Zu den beliebtesten und häufigsten Brennholzarten mit sehr hoher Energieausbeute zählen Buche, Robinie, Eiche, Ahorn und Esche. 

Ofenfertiges Brennholz sollte stets trocken, sonnen-, wind- und wettergeschützt gelagert werden. Am besten eignen sich dafür gut belüftete Keller- oder Heizräume, Carports oder andere überdachte Lagerplätze im Freien. Als Unterlage und Feuchtigkeitsschutz von unten sind Paletten oder Steine eine gute Wahl. Der Stapel sollte stabil sein und eine gute Luftzirkulation zulassen. Details dazu finden Sie weiter oben.

Das Gewicht von Brennholz variiert mit der Holzart und der Holzfeuchte. Betrachten wir als Beispiel Buchenholz als besonders beliebte Brennholzart: 

  • 1 Festmeter [fm] bzw. 1 Kubikmeter [m³] Buchenholz hat im trockenen Zustand mit 20 % Holzfeuchte ein Gewicht von ca. 600 bis 700 kg. 
  • 1 Raummeter Buchenholz hat mit ca. 500 bis 550 kg ein geringeres Gewicht, da die Luftlücken im Stapel berücksichtigt werden müssen. 

Dabei handelt es sich um Mittelwerte, die nur der groben Orientierung dienen. Bei Brennholz wird das Gewicht auch nur selten als Maßeinheit für den Verkauf genannt.

1 Kubikmeter [m³] ofenfertiges Buchenholz hat im trockenen Zustand mit ca. 20 % Holzfeuchte ein spezifisches Gewicht von etwa 600 bis 700 kg/m³. Dabei handelt es sich um einen Mittelwert, der nur der groben Orientierung dient.

Ein Festmeter [fm] ist ein Volumenmaß für Brennholz, das ein Volumen von genau 1 Kubikmeter [m³] Holz ohne Zwischenräume beschreibt. Das bedeutet, ein Festmeter Holz besteht aus 1 m³ reiner Holzmasse, ohne Lufträume, die typischerweise bei der Lagerung von Holzstapeln entstehen.

Buchenholz hat einen vergleichsweise hohen Heizwert. Der Heizwert für lufttrockenes Buchenholz mit ca. 20 % Holzfeuchte liegt ungefähr bei 4,0 bis 4,2 kWh pro Kilogramm. Dieser Wert entspricht etwa 2100 bis 2200 kWh pro Raummeter [rm], wenn man von einem durchschnittlichen Gewicht von etwa 500 kg pro Raummeter bei 20 % Restfeuchte ausgeht. Bei noch trockenerem Holz (z. B. Holzfeuchte 15 %) kann der Heizwert etwas höher sein.

Ein Pufferspeicher bzw. Wärmespeicher dient vor allem der Zwischenspeicherung von Wärmeüberschüssen und der Verbesserung der Energieeffizienz der Heizung. Details dazu finden Sie in unserem Artikel Holzheizungen mit Pufferspeicher: Effizienz im Doppelpack.

Gerade in Österreich, das mit seiner nachhaltigen Forstwirtschaft weltweit zu den Vorzeigeländern gehört, kann das Heizen mit Stückholz sehr nachhaltig sein. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es richtig gemacht wird. Hochwertige Holzbrennstoffe aus regionalen, nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und eine effiziente, schadstoffarme Heiztechnik tragen dazu bei, dass Scheitholzheizungen heutzutage sehr klimafreundlich betrieben werden können. Details dazu erfahren Sie in unserem Artikel: Ist Heizen mit Holz gut fürs Klima?

Aber nein! Im Gegenteil: Der Einbau moderner Holzheizungen wird in Österreich sogar gefördert. Vor allem dann, wenn die zentrale Holzheizung ein fossiles Heizsystem ersetzen soll. Die Details dazu finden Sie in unserem Artikel Förderungen für Holzheizungen.

Förderkompass: Hier finden Sie alle Förderungen für Ihr Bundesland

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