Suchen HSH-Installateur Menü anzeigen
Die HSH Nahwärme Millstatt GmbH ist ein mehrfach ausgezeichnetes Heizwerk.

HSH Nahwärme Millstatt Gmbh

Die HSH Nahwärme Millstatt gehört zu den energieeffizientesten Heizwerken Österreichs. Im Herbst 2024 wurde es mit dem Holzenergiepreis in Silber ausgezeichnet. Für uns ein guter Grund, GF Ing. Christian Frühauf und Techniker Ing. Mario Rauter einen Besuch abzustatten. Bei einem Rundgang – vom optimierten Kessel mit Rauchgasrezirkulation bis hin zur Wärmerückgewinnung mittels Wärmepumpe – erklären sie uns allerhand technischen Feinheiten.

Die Marktgemeinde Millstatt am See liegt in Kärnten und glänzt nicht nur mit ihrem kulturellen und touristischen Angebot. Auch das Biomasse-Heizwerk der Gemeinde, das den gesamten Ortskern mit klimafreundlicher Nahwärme versorgt, zählt in Insiderkreisen zu den Sehenswürdigkeiten. Dabei hat das Werk schon einige Jahre auf dem Buckel. Es ging bereits 2016 in Betrieb – und wird laufend verbessert und erweitert. Bereits im Jahr 2018 wurde ihm das Prädikat „Kompetenz im Klimaschutz“ vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus verliehen. Im Herbst 2024 gewann es außerdem Silber beim Holzenergiepreis des Österreichischen Biomasseverbandes.

Aktuell betreibt die HSH Nahwärme Millstatt zwei Hackgutkessel mit Rauchgaskondensation und versorgt 150 Abnehmer mit Wärme. Parallel zu weiteren Energieeffizienzmaßnahmen ging 2021 eine modifizierte Wärmepumpe zur Restwärmenutzung (Abwasser, Raumwärme im Heizhaus etc.) in Betrieb. In mehreren Ausbaustufen wurde außerdem eine Photovoltaikanlage mit insgesamt 103 kWp installiert. Weitere Optimierungsmaßnahmen wie hydraulische Abgleiche bei den Abnehmern und die Nachisolierung heißer Bauteile folgten. Und die Pläne reichen weit in die Zukunft.

Blick auf das Heizwerk oberhalb von Millstatt mit Millstätter See
Die HSH Nahwärme Millstatt liegt erhöht über dem Ort.
Tafel mit der Aufschrift: Ausgezeichnetes Heizwerk
2018 wurde die HSH Nahwärme Millstatt mit dem Prädikat „Kompetenz im Klimaschutz“ ausgezeichnet.
Die Masterminds der HSH Nahwärme Millstatt bei der Preisverleihung 2018
Bei der Preisverleihung 2018: Rudolf M. Rattenberger, Eduard Fahrngruber Mario Rauter, Christian Frühauf und Dr. Martina Schuster (BMNT).

Ein HSH-Installateur ist auch in Ihrer Nähe

Sie haben Fragen rund um Haustechnik, Bad- und Sanitärinstallationen, Erneuerbare Energie oder die Förderungen dazu? Wir von HSH haben die Antworten und sind ganz in Ihrer Nähe, an 100 Standorten in ganz Österreich. Rufen Sie uns einfach an oder schauen Sie auf unserer Website oder gleich direkt bei uns vorbei. Wir beraten und unterstützen Sie gerne. 

Zum HSH-Installateur

Ursprüngliche Vorbehalte sind Schnee von vorgestern

Dabei waren die Anfänge alles andere als einfach, berichtet Ing. Christian Frühauf, Geschäftsführer der HSH Nahwärme Millstatt GmbH, Inhaber des Planungsunternehmens Frühauf Thermocycling GmbH und leidenschaftlicher HSH-Installateur.

„Es war ein zähes Ringen über viele Jahre, bis wir die Genehmigung für den Bau des Heizwerkes Millstatt in der Tasche hatten. Die Themen Luftgüte, Staub-, Lärm- und Verkehrsbelastung im Tourismusort am Millstätter See wurden heftig diskutiert und zwangen uns mehrmals zu einem Standortwechsel und damit Planungsneubeginn.“, erzählt er. Diese Vorbehalte sind heute Schnee von vorgestern. Denn direkt nach der Inbetriebnahme stellte sich heraus, dass sich die Luftqualität im Ort wesentlich verbessert hat – immerhin ersetzt die Nahwärme rund 200 Einzelöfen. Mittlerweile ist die Bevölkerung sogar regelrecht stolz auf ihre nachhaltige Wärmeversorgung.

Ein erster technischer Eindruck

Im laufenden Betrieb liefert die HSH Nahwärme Millstatt eine Heizleistung von zwei Megawatt. Damit versorgt sie Hotels, öffentliche Gebäude und Privathäuser. Produziert wird die Energie in zwei Biomassekessel mit Rauchgaskondensation und einem Großpufferspeicher sowie einem Ölkessel als Ausfallsreserve. Verteilt wird die Wärme über speziell gedämmte Fernwärmeleitungen, die den Wärmeverlust konstant unter 10 Prozent halten.

Von Anfang an legte das Technikteam großen Wert auf den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Seit der Inbetriebnahme wurde neben dem Netzausbau fast jedes Jahr ein Optimierungsprojekt durchgeführt. So war es ein logischer Schritt, auch die Energie in den entstehenden Rauchgasen mittels Wärmerückgewinnung zu nutzen. Allein dadurch ist der Hackschnitzelbedarf um 20 Prozent niedriger als allgemein üblich. Apropos: Die Hackschnitzel stammen von landwirtschaftlichen Betrieben aus einem Umkreis von 50 km. So bleibt noch mehr Wertschöpfung in der Region.

Vom Hackgutkessel in die Fernwärmeleitung

Technikdetails zum Reinschmökern

Gewinnen Sie Einblicke in die Heiztechnik und in die Optimierungsmaßnahmen, die die HSH Nahwärme Millstatt zu einem der energieeffizientesten Heizwerke Österreichs macht.

Startpunkt unserer Detailschau ist das Heizwerk-Mittelgeschoß, in dem die beiden Hackgutkessel untergebracht sind. Es handelt sich dabei um einen größeren Winterkessel und einen kleineren Sommerkessel. Zweiterer ist vor allem für die Warmwasserbereitung in der warmen Jahreszeit zuständig und liefert ca. ein Drittel der Leistung des Winterkessels. Im Ort sind immerhin mehrere Hotelanlagen zugeschaltet, die auch im Sommer einen hohen Warmwasserbedarf haben.

Auch bei der Beschaffung setzte das Team um GF Christian Frühauf auf regionale Qualität. Beide Hackgutsessel wurden in St. Paul im Lavanttal (Kärnten) hergestellt.

Allein im großen Winterkessel (links im Bild) sind 10 Tonnen Schamott verbaut. Der kleinere Sommerkessel (rechts im Bild) dient vor allem der Warmwasserbereitung.

Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2016 wird eine kleine Wärmepumpe zur Nutzbarmachung der Restwärme eingesetzt. 2021 bekam sie Verstärkung durch ein modifiziertes Wärmepumpengerät der Firma Weider. Dadurch kann nun auch die Wärme aus den folgenden drei Quellen effizient genutzt werden. Die zusätzlich gewonnene Energie beträgt respektable 220 bis 250 MWh/a:

  • Wärme aus den Räumen im Heizhaus (35–40 °C unter der Decke),
  • Restwärme aus dem Kondenswasser (ca. 5 m³ Kondensat mit 50 °C an Spitzentagen)
  • Abwärme, die sich durch die Kühlung der Büros, der Leitwarte und des Serverraums ergibt

In der Wintersaison 2022/2023 bauten die Vollblut-Energieoptimierer eine sekundäre Rauchgasrezirkulation an den Sommerkessel an. Sie vergrößerten außerdem die Durchmesser der Zuluftdüsen und adaptierten die Software zur Kesselsteuerung und -überwachung. Durch diese Maßnahmen konnte der feuerungstechnische Wirkungsgrad des Kessels um 20 bis 30 % (je nach Hackschnitzelsortiment) erhöht werden.

Nach den Optimierungsschritten zeigt sich ein homogenes und ruhiges Flammenbild. Der Abbrand ist geregelt, der Wirkungsgrad verbessert.

Mit einem Jahresverbrauch von 330 MWh/a zählt das Stift Millstatt zu den größten Verbrauchern im Nahwärmenetz. Die Hydraulik des Heizsystems im Stift verursachte allerdings eine Rücklauftemperatur von über 50 °C. Durch die hydraulische Optimierung und den kompletten hydraulischen Abgleich der Anlage senkten die Techniker diese Rücklauftemperatur um mehr als 10 °C. Das spart rund 22 MWh/a an Wärmeenergie und ca. 135 kWh/a Strom (für den Betrieb der Netzpumpen).

Eine Tipcheck- Analyse (Bewertung der Energieeffizienz von technischen Isolierungen in Industrieanlagen) machte das Potenzial der Nachisolierung von heißen Oberflächen sichtbar. Deshalb werden nicht gedämmte Bauteile wie z. B. Pumpen, Ventile oder Kesselkomponenten im Heizwerk Millstatt laufend nachisoliert. Der Einsparungseffekt dieser Maßnahme liegt bei überraschenden 283 MWh/a.

Auch in der Stromversorgung setzen die Betreiber des Heizwerks Millstatt auf Erneuerbare Energie. Die Photovoltaikanlage liefert eine Gesamtleistung von 103 kWp. Die PV-Paneele befinden sich zum größten Teil (97 kWp) auf dem Flachdach. Aber auch das Vordach zur Beschattung der Büroräume wurde mit leistungsstarken Glas-Glas-Modulen (6 kWp) ausgestattet. Im Fuhrpark der HSH Nahwärme Millstatt befinden sich ausschließlich Elektrofahrzeuge, die über eigene Ladestationen mit PV-Strom betankt werden.

In naher Zukunft soll auch eine Absorptionswärmepumpe ins Heizwerk eingebaut werden. Dieser Wärmepumpentyp verwendet Wärme statt Strom als Antriebsenergie. Elektrischen Strom brauchen solche Systeme nur für Regelung und Pumpe. Dadurch eignen sie sich sehr gut für die Nutzung von Abwärme, zur Effizienzsteigerung und Dekarbonisierung – insbesondere bei größeren Anlagen wie der HSH Nahwärme Millstatt. Hier soll die Absorptionswärmepumpe zur Wärmerückgewinnung eingesetzt werden und eine Einsparung der Brennstoffmenge von 25 % einbringen. Ein weiteres Ziel ist im Projekt 39 formuliert – die Temperatur des Gesamtnetzrücklaufs soll nämlich durch weitere Optimierungen auf unter 40 °C gesenkt werden.

So funktioniert die Abgaswärmerückgewinnung

Die HSH Nahwärme Millstatt im Überblick

  • Inbetriebnahme: 22.12.2016
  • Anschlussleistung: ca. 6.000 kW
  • Jahreswärmeabgabe: ca. 9.000 MWh
  • Trassenlänge: ca. 10.000 m
  • Kesselleistung: 1.890 kW
  • Gesamtleistung aller Wärmeerzeuger ca. 2.5 MW
  • Großpufferspeicher: 64 m³
  • Brennstoffbedarf: ca. 13.000 Schüttraummeter pro Jahr
  • Rauchgaskondensation mit bis zu 20% Wärmerückgewinnung
  • Angeschlossene Kunden: 150
  • Heizöleinsparung: 1,2 Millionen Liter pro Jahr
  • PV-Leistung: 103 kWp

Förderkompass: Hier finden Sie alle Förderungen für Ihr Bundesland

Holen Sie sich hier den kompletten Überblick über die aktuellen Bundes- und Landesförderungen für den Neubau und die Sanierung umweltfreundlicher Heiz- und Energiesysteme in Ihrem Bundesland. Einfach Postleitzahl und E-Mail-Adresse eingeben – und schon können Sie den HSH-Förderkompass für Ihr Bundesland downloaden.

HSH-FÖRDERKOMPASS HERUNTERLADEN

Das könnte Sie auch interessieren

Heizung online planen

HSH-Installateure –
100x in Österreich

Jetzt unter hundert regionalen Spezialisten für umweltfreundliche Heizungen, sparsame Energietechnik und stilvolle Bäder wählen.

Zur Suche