Daham bei Familie Kaufmann
Gas raus, Umweltwärme rein: Ein energieeffizientes Sanierungsprojekt mit Luftwärmepumpe und…
Mehr dazuMan nehme ein Heizsystem und messe die Temperatur des Heizungswassers – an jener Stelle, an der es in den Heizkörper (oder in die Fußbodenheizung) hineinfließt. Diese Temperatur nennt man Vorlauftemperatur. Sie ist eine Schlüsselgröße bei der Planung und Einstellung jeder wassergeführten Heizung. Sie entscheidet, ob der Raum angenehm warm und sparsam geheizt wird. Wie genau, sehen wir uns hier an.
Wenn wir uns mit der Vorlauftemperatur beschäftigen, betrachten wir immer wasserführende Heizungen. Das sind Systeme, in denen Heizungswasser zirkuliert und zwischen Wärmeerzeuger und Wärmeverbraucher im Kreis geschickt wird.
Der Wärmeerzeuger (Heizkessel, Wärmepumpe etc.) erwärmt das Heizungswasser auf die Vorlauftemperatur. Das ist die Temperatur, mit der das Heizungswasser zum Heizkörper oder zur Fußbodenheizung fließt. Der Heizkörper gibt dann einen Teil der Wärme in den Raum ab. Dadurch wird dem Heizungswasser Wärme entzogen. Es kühlt ab und fließt zum Wärmeerzeuger zurück, wo das Heizungswasser anschließend wieder erwärmt wird und sich der Kreis schließt.
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizungswassers, das vom Wärmeerzeuger zum Heizkörper bzw. zur Fußbodenheizung geführt wird. Sie wird in Grad Celsius (°C) angegeben. Ob es sich beim Wärmeerzeuger dabei um einen Heizkessel (z. B. Öl, Gas, Stückholz, Pellets, Hackgut) oder eine Wärmepumpe handelt, ist für die Definition egal.
Die Rücklauftemperatur ist die Temperatur des Heizungswassers, das vom Heizkörper bzw. von der Fußbodenheizung wieder zum Wärmeerzeuger zurückgeführt wird. Sie wird in Grad Celsius (°C) angegeben.
Die Spreizung ist die Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Rücklauftemperatur. Sie wird technisch korrekt in Kelvin (K) angegeben. Wobei der Temperaturunterschied in Grad Celsius und Kelvin im Endeffekt gleich ist. Ein Beispiel: Beträgt die Vorlauftemperatur 70 °C und die Rücklauftemperatur 55 °C, ergibt das eine Temperaturspreizung von 15 K (das ist ein typischer Wert für Altbauten mit Ölheizkessel und Heizkörpern).
Ist die Vorlauftemperatur der Heizung falsch eingestellt, spürt man die Folgen entweder am eigenen Leib oder in der Brieftasche:
Die optimale Vorlauftemperatur ist also möglichst niedrig anzusetzen, damit die Heizung sparsam läuft und nicht zu viel Energie verbraucht wird. Gleichzeitig muss sie hoch genug sein, damit es an kalten Wintertagen angenehm warm ist und man sich wohlfühlt. Es gilt, eine gute Balance zu finden. Bei der Bestimmung müssen zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden.
Die erreichbare Vorlauftemperatur hängt vor allem von der Art des Wärmeerzeugers ab. Beispielsweise können klassische Öl-, Gas- und Holzheizungen hohe Vorlauftemperaturen zwischen 70 und 90 °C liefern. Wärmepumpen der neuesten Generation hingegen sind im Niedertemperaturbereich angesiedelt und arbeiten am effizientesten bei Temperaturen zwischen 28 und 40 °C .
Die Ermittlung der optimalen Vorlauftemperatur erfordert vor allem bei Niedertemperatursystemen wie Wärmepumpen viel fachliches Know-how. Einen kleinen Vorgeschmack dazu finden Sie in unserem Artikel Vorlauftemperatur: So klappt’s mit der Wärmepumpe.
Welche Art der Wärmeverteilung sich für das jeweilige Gebäude am besten eignet, hängt natürlich auch von weiteren Faktoren ab. Wir HSH-Installateure beraten Sie gerne und finden mit Sicherheit das für Ihr Zuhause ideale Verteilsystem.
Auch der Gebäudestandard bzw. die Energieklasse des Hauses fällt bei der Ermittlung der Vorlauftemperatur stark ins Gewicht.
Handelt es sich um einen unsanierten und ungedämmten Altbau, geht über die undichte Gebäudehülle viel Wärme verloren. Die Heizung muss diese Wärmeverluste ausgleichen, damit es in den Räumen behaglich warm ist. Dementsprechend hoch muss die Vorlauftemperatur sein.
In gut gedämmten Neubauten mit dichten Fenstern und Vollwärmeschutz ist der Energiebedarf fürs Heizen weitaus geringer. Hier reichen in der Regel Niedertemperatursysteme wie Wärmepumpen für die Wärmeversorgung aus.
Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Außentemperatur ist, desto höher fällt die Vorlauftemperatur aus. Deshalb richtet man sich bei der Planung und Einstellung der Vorlauftemperaturen auch nach den Wetterdaten und Witterungsverhältnissen der jeweiligen Region in der Heizperiode.
Ist es draußen warm, muss weniger geheizt werden; die Vorlauftemperatur kann niedrig eingestellt werden. Ist es draußen sehr kalt, muss viel geheizt werden; die Vorlauftemperatur muss höher eingestellt werden.
Mit unserem kostenlos nutzbaren Online-Heizungsplaner finden Sie es in ein paar Klicks heraus! Ein Kostenbeispiel: Bei einem sanierten Altbau (Baujahr 1970 in Bad Gastein) mit 130 m² Wohnfläche müssen Sie für eine neue Pelletsheizung mit Solaranlage (Warmwasser) mit ca. 26.290 bis 35.570 Euro Investitionskosten und ca. 1.791 Euro Betriebskosten pro Jahr rechnen.
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Das Zusammenspiel von Außentemperatur und Vorlauftemperatur wird in der Heizkurve (auch Heizkennlinie) dargestellt. Sie wird von Ihrem Heizungsfachbetrieb für jeden Heizkreis im Haus individuell ermittelt. Dabei wird sehr wohl unterschieden, ob es sich um eine Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) oder Heizkörper handelt. Und auch die anderen oben genannten Einflussfaktoren werden bei der Ermittlung der Heizkurve berücksichtigt. Die optimierte Heizkurve dient dann als Basis für die Heizungsregelung.
Unterschiedliche Heizsysteme erfordern unterschiedliche Vorlauftemperaturen. Alte Heizsysteme wie zum Beispiel Ölheizungen mit Heizkörpern arbeiten mit sehr hohen Vorlauftemperaturen. Moderne und energiesparende Heizsysteme wie Wärmepumpen mit Fußbodenheizungen arbeiten mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen.
Hier sind ein paar typische Beispiele:
Dabei betrachten wir immer die benötigten Vorlauftemperaturen an den jeweils kältesten Tagen im Jahr.
Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur ist, desto energiesparender wird geheizt. Das ist auch der Grund, warum Niedertemperaturheizungen wie Wärmepumpen aktuell so beliebt sind – vor allem im Neubau und im sanierten Altbau. Korrekt geplant, umgesetzt und geregelt liefern diese Heizungen behagliche Raumwärme bereits bei Vorlauftemperaturen um die 28 (Wohnräume) bis 30 °C (Bad). Details dazu finden Sie auch in unserem Artikel Vorlauftemperatur: So klappt’s mit der Wärmepumpe.
Es gibt einige Schräubchen, an denen Sie drehen können, um die Vorlauftemperatur zu senken. Am einfachsten ist es, die gewünschte Raumtemperatur dauerhaft um ein halbes °C bis zu einem °C senken.
Zudem ist es sinnvoll, einen hydraulischen Abgleich von einen Fachbetrieb durchführen zu lassen. Dabei wird die Heizleistung reguliert, die Wassermenge in den Heizkörpern optimiert und die korrekte Wärmeverteilung in allen Räumen sichergestellt. Wir HSH-Installateure übernehmen das gerne für Sie.
Darüber hinaus kann die Vorlauftemperatur mit jeder Maßnahme gesenkt werden, die Wärmeverluste am Gebäude verringert. Dazu zählen zum Beispiel Vollwärmeschutz, neue Fenster und Türen, Kellerdämmung und Dachdämmung.
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