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Techniker beim Einstellen der Heizkurve beim Steuerungsgerät des Heizsystems

GRUNDWISSEN ZUM HEIZEN UND ENERGIESPAREN

Die Vorlauftemperatur einfach erklärt

Man nehme ein Heizsystem und messe die Temperatur des Heizungswassers – an jener Stelle, an der es in den Heizkörper (oder in die Fußbodenheizung) hineinfließt. Diese Temperatur nennt man Vorlauftemperatur. Sie ist eine Schlüsselgröße bei der Planung und Einstellung jeder wassergeführten Heizung. Sie entscheidet, ob der Raum angenehm warm und sparsam geheizt wird. Wie genau, sehen wir uns hier an.

Vorlauftemperatur und Rücklauftemperatur: Begriffe und Grundlagen

Wenn wir uns mit der Vorlauftemperatur beschäftigen, betrachten wir immer wasserführende Heizungen. Das sind Systeme, in denen Heizungswasser zirkuliert und zwischen Wärmeerzeuger und Wärmeverbraucher im Kreis geschickt wird. 

Der Wärmeerzeuger (Heizkessel, Wärmepumpe etc.) erwärmt das Heizungswasser auf die Vorlauftemperatur. Das ist die Temperatur, mit der das Heizungswasser zum Heizkörper oder zur Fußbodenheizung fließt. Der Heizkörper gibt dann einen Teil der Wärme in den Raum ab. Dadurch wird dem Heizungswasser Wärme entzogen. Es kühlt ab und fließt zum Wärmeerzeuger zurück, wo das Heizungswasser anschließend wieder erwärmt wird und sich der Kreis schließt.

Schematische Darstellung: Heizkreis mit Wärmeerzeuger, Vorlauf, Heizkörper und Rücklauf
Ein stark vereinfacht dargestellter Heizkreis eines wasserführenden Systems mit Wärmeerzeuger, Vorlauf, Heizkörper und Rücklauf.

Vorlauftemperatur, Rücklauftemperatur und Spreizung im Schnellüberblick

Die Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizungswassers, das vom Wärmeerzeuger zum Heizkörper bzw. zur Fußbodenheizung geführt wird. Sie wird in Grad Celsius (°C) angegeben. Ob es sich beim Wärmeerzeuger dabei um einen Heizkessel (z. B. Öl, Gas, Stückholz, Pellets, Hackgut) oder eine Wärmepumpe handelt, ist für die Definition egal.

Die Rücklauftemperatur

Die Rücklauftemperatur ist die Temperatur des Heizungswassers, das vom Heizkörper bzw. von der Fußbodenheizung wieder zum Wärmeerzeuger zurückgeführt wird. Sie wird in Grad Celsius (°C) angegeben.

Die Spreizung

Die Spreizung ist die Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Rücklauftemperatur. Sie wird technisch korrekt in Kelvin (K) angegeben. Wobei der Temperaturunterschied in Grad Celsius und Kelvin im Endeffekt gleich ist. Ein Beispiel: Beträgt die Vorlauftemperatur 70 °C und die Rücklauftemperatur 55 °C, ergibt das eine Temperaturspreizung von 15 K (das ist ein typischer Wert für Altbauten mit Ölheizkessel und Heizkörpern).

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Was passiert, wenn die Vorlauftemperatur falsch eingestellt ist?

Ist die Vorlauftemperatur der Heizung falsch eingestellt, spürt man die Folgen entweder am eigenen Leib oder in der Brieftasche:

  • Ist die Vorlauftemperatur zu niedrig eingestellt, schafft die Heizung die erforderliche Leistung nicht und die Räume werden nicht warm genug. Es bleibt … brrr … zu kalt.
  • Ist die Vorlauftemperatur zu hoch eingestellt, wird mehr Energie verbraucht als nötig. Auch wenn Thermostate das Überheizen der Räume verhindern, bleibt man auf einer unnötig hohen Heizkostenrechnung sitzen. Bei Heizungen mit Verbrennungstechnik fällt das weniger ins Gewicht, bei Wärmepumpen und auch bei Nahwärmeanschlüssen ist es ein entscheidender Faktor.

Bestimmung der optimalen Vorlauftemperatur

Die optimale Vorlauftemperatur ist also möglichst niedrig anzusetzen, damit die Heizung sparsam läuft und nicht zu viel Energie verbraucht wird. Gleichzeitig muss sie hoch genug sein, damit es an kalten Wintertagen angenehm warm ist und man sich wohlfühlt. Es gilt, eine gute Balance zu finden. Bei der Bestimmung müssen zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden.

DIE WICHTIGSTEN EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE OPTIMALE VORLAUFTEMPERATUR

Die erreichbare Vorlauftemperatur hängt vor allem von der Art des Wärmeerzeugers ab. Beispielsweise können klassische Öl-, Gas- und Holzheizungen hohe Vorlauftemperaturen zwischen 70 und 90 °C liefern. Wärmepumpen der neuesten Generation hingegen sind im Niedertemperaturbereich angesiedelt und arbeiten am effizientesten bei Temperaturen zwischen 28 und 40 °C .

Die Ermittlung der optimalen Vorlauftemperatur erfordert vor allem bei Niedertemperatursystemen wie Wärmepumpen viel fachliches Know-how. Einen kleinen Vorgeschmack dazu finden Sie in unserem Artikel Vorlauftemperatur: So klappt’s mit der Wärmepumpe

  • Ist die Spreizung hoch reicht relativ wenig Heizungswasser (kleine Heizkörper) aus, um einen Raum zu erwärmen. Beispiel: Eine Ölheizung mit einer Vorlauftemperatur von 90 °C und einer Rücklauftemperatur von 70 °C hat eine Spreizung von 20 K – und benötigt Heizkörper in überschaubarer, kompakter Größe.
  • Ist die Spreizung gering, benötigt man mehr Heizungswasser (größere Heizkörper bzw. Heizflächen), um einen Raum zu erwärmen. Beispiel: Eine Wärmepumpe mit einer Vorlauftemperatur von 35 °C und einer Rücklauftemperatur von 25 °C hat eine Spreizung von 10 K – und benötigt größere Heizflächen (z. B. Fußbodenheizung oder Niedertemperaturheizkörper).

Welche Art der Wärmeverteilung sich für das jeweilige Gebäude am besten eignet, hängt natürlich auch von weiteren Faktoren ab. Wir  HSH-Installateure beraten Sie gerne und finden mit Sicherheit das für Ihr Zuhause ideale Verteilsystem.

Auch der Gebäudestandard bzw. die Energieklasse des Hauses fällt bei der Ermittlung der Vorlauftemperatur stark ins Gewicht. 

Handelt es sich um einen unsanierten und ungedämmten Altbau, geht über die undichte Gebäudehülle viel Wärme verloren. Die Heizung muss diese Wärmeverluste ausgleichen, damit es in den Räumen behaglich warm ist. Dementsprechend hoch muss die Vorlauftemperatur sein. 

In gut gedämmten Neubauten mit dichten Fenstern und Vollwärmeschutz ist der Energiebedarf fürs Heizen weitaus geringer. Hier reichen in der Regel Niedertemperatursysteme wie Wärmepumpen für die Wärmeversorgung aus. 

Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Außentemperatur ist, desto höher fällt die Vorlauftemperatur aus. Deshalb richtet man sich bei der Planung und Einstellung der Vorlauftemperaturen auch nach den Wetterdaten und Witterungsverhältnissen der jeweiligen Region in der Heizperiode. 

Ist es draußen warm, muss weniger geheizt werden; die Vorlauftemperatur kann niedrig eingestellt werden. Ist es draußen sehr kalt, muss viel geheizt werden; die Vorlauftemperatur muss höher eingestellt werden.

Was kostet eine Pelletsheizung mit Solar im sanierten Altbau?

Mit unserem kostenlos nutzbaren Online-Heizungsplaner finden Sie es in ein paar Klicks heraus! Ein Kostenbeispiel: Bei einem sanierten Altbau (Baujahr 1970 in Bad Gastein) mit 130 m² Wohnfläche müssen Sie für eine neue Pelletsheizung mit Solaranlage (Warmwasser) mit ca. 26.290 bis 35.570 Euro Investitionskosten und ca. 1.791 Euro Betriebskosten pro Jahr rechnen.

HEIZUNG ONLINE PLANEN
Ein Screenshot aus dem Online-Heizungsplaner von HSH zeigt die Kosten für eine neue Pelletheizung mit Solar im sanierten Altbau.

Die Heizkurve: Zusammenspiel von Außentemperatur und Vorlauftemperatur

Das Zusammenspiel von Außentemperatur und Vorlauftemperatur wird in der Heizkurve (auch Heizkennlinie) dargestellt. Sie wird von Ihrem Heizungsfachbetrieb für jeden Heizkreis im Haus individuell ermittelt. Dabei wird sehr wohl unterschieden, ob es sich um eine Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) oder Heizkörper handelt. Und auch die anderen oben genannten Einflussfaktoren werden bei der Ermittlung der Heizkurve berücksichtigt. Die optimierte Heizkurve dient dann als Basis für die Heizungsregelung.

Die Heizkurve zeigt den Zusammenhang zwischen Außentemperatur und Vorlauftemperatur.
Die Heizkurve zeigt den Zusammenhang zwischen Außentemperatur und Vorlauftemperatur für jeden Heizkreis. Dabei gilt: Je besser das Haus gedämmt ist, desto flacher verläuft die Heizkurve.

FAQ rund um die Vorlauftemperatur

Wie hoch muss die Vorlauftemperatur einer Heizung sein?

Unterschiedliche Heizsysteme erfordern unterschiedliche Vorlauftemperaturen. Alte Heizsysteme wie zum Beispiel Ölheizungen mit Heizkörpern arbeiten mit sehr hohen Vorlauftemperaturen. Moderne und energiesparende Heizsysteme wie Wärmepumpen mit Fußbodenheizungen arbeiten mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen.

Hier sind ein paar typische Beispiele: 

  • Klassische Heizkörper im Altbau: 60 bis 80 °C
  • Heizkörper im (teil)sanierter Altbau: 45 bis 60 °C
  • Fußbodenheizung im (teil)sanierter Altbau: 30 bis 40 °C
  • Wärmepumpe mit Fußbodenheizung (Neubau): 28 bis 35 °C
  • Wärmepumpe mit Heizkörpern im (teil)sanierter Altbau: max. 55 °C

Dabei betrachten wir immer die benötigten Vorlauftemperaturen an den jeweils kältesten Tagen im Jahr.

Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur ist, desto energiesparender wird geheizt. Das ist auch der Grund, warum Niedertemperaturheizungen wie Wärmepumpen aktuell so beliebt sind – vor allem im Neubau und im sanierten Altbau. Korrekt geplant, umgesetzt und geregelt liefern diese Heizungen behagliche Raumwärme bereits bei Vorlauftemperaturen um die 28 (Wohnräume) bis 30 °C (Bad). Details dazu finden Sie auch in unserem Artikel Vorlauftemperatur: So klappt’s mit der Wärmepumpe.

Es gibt einige Schräubchen, an denen Sie drehen können, um die Vorlauftemperatur zu senken. Am einfachsten ist es, die gewünschte Raumtemperatur dauerhaft um ein halbes °C bis zu einem °C senken.

Zudem ist es sinnvoll, einen hydraulischen Abgleich von einen Fachbetrieb durchführen zu lassen. Dabei wird die Heizleistung reguliert, die Wassermenge in den Heizkörpern optimiert und die korrekte Wärmeverteilung in allen Räumen sichergestellt. Wir HSH-Installateure übernehmen das gerne für Sie.

Darüber hinaus kann die Vorlauftemperatur mit jeder Maßnahme gesenkt werden, die Wärmeverluste am Gebäude verringert. Dazu zählen zum Beispiel Vollwärmeschutz, neue Fenster und Türen, Kellerdämmung und Dachdämmung.

Förderkompass: Hier finden Sie alle Förderungen für Ihr Bundesland

Holen Sie sich hier den kompletten Überblick über die aktuellen Bundes- und Landesförderungen für den Neubau und die Sanierung umweltfreundlicher Heiz- und Energiesysteme in Ihrem Bundesland. Einfach Postleitzahl und E-Mail-Adresse eingeben – und schon können Sie den HSH-Förderkompass für Ihr Bundesland downloaden.

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