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HSH-BEST-PRACTICE • CHRISTOPH BEREUTER GMBH

Morscher Bauprojekte „In der Mellen“

Dieses Passivhaus-Projekt setzt neue Standards bei der effizienten Energieversorgung: Wärmepumpen, Wohnraumlüftung, Solarthermie- und Photovoltaikanlagen für Heizung und Kühlung werden auf vollendete Weise miteinander verknüpft. So könnte die Energieversorgung der Zukunft im Wohnbau aussehen.

Die Morscher Bauprojekte GmbH ist bekannt für ihre nachhaltige Denk- und Bauweise. Im Bregenzerwald und darüber hinaus zeigen Einfamilienhäuser, gewerbliche Gebäude und vor allem Passivhaus-Wohnanlagen, wie energieeffizientes Bauen auf der Höhe der Zeit funktioniert.

PASSIVHAUS-WOHNANLAGE „IN DER MELLEN“

Das aktuellste Morscher-Projekt in Mellau besteht aus drei Gebäuden in Holzhybrid-Bauweise mit 25 Wohnungen, einem Sportgeschäft und dem neuen Morscher-Firmensitz im eigenen Heimatort, pünktlich zum 25-Jahr-Jubliläum. Die Architektur im einzigartigen Bregenzerwälder Holzbaustil stammt von HK Architekten. Die gestalterische Planung ist eine Klasse für sich, im vorliegenden Artikel wollen wir allerdings in erster Linie die energietechnische Seite des Projektes beleuchten.

Günter Morscher (Morscher Bauprojekte GmbH) und Michael Bereuter (Christoph Bereuter GmbH) mit Hausplan bei der Abstimmung
Abstimmungsgespräch: Günter Morscher (li.) und Michael Bereuter, GF Christoph Bereuter GmbH (re.)
Frontale Hausansicht eines Wohnhauses von der Straßenseite mit Sportgeschäft
Das Projekt „In der Mellen“ von der Straßenseite mit Sportgeschäft
Alle Häuser des Projektes von oben mit Solarthermiekollektoren und PV-Modulen
Alle Dächer sind mit Solarthermie und Photovotaikmodulen bestückt
Die Häuser des Projektes „In der Mellen“ mit Innenhof und Spielplatz
Das Projekt „In der Mellen“ mit Innenhof und Spielplatz
Büro mit modernen Holzmöbeln, schönem Holzboden und großzügigen Glasflächen
Das neue Büro der Morscher Bauprojekte GmbH im eigenen Heimatort
Helle unmöblierte Wohnung mit schönem Holzboden und moderner weißer Einbauküche
bezugsfertige Wohnung „In der Mellen“ mit Küche

ERDWÄRME UND WÄRMEPUMPE

Eine primäre Energiequelle für die Wärmeversorgung ist die Nutzung von Erdwärme (oberflächennahe Geothermie). Wobei wir es hier mit einem Vergleichstest von zwei verschiedenen Systemen zu tun haben: Für ein Haus wurden Tiefenbohrungen eingesetzt (3 Bohrungen zu je 81 Meter Tiefe), für zwei Häuser hingegen Ringgrabenkollektoren. Diese Technik arbeitet mit Kunststoffrohren, die wenige Meter unter der Erdoberfläche ringförmig verlegt werden.

Der Ringgrabenkollektor ist in der Anschaffung wesentlich günstiger. Speziell bei einem Neubau, wenn ohnehin Grabungsarbeiten notwendig sind. Ein weiteres Plus ist in diesem Fall auch der hohe Grundwasserstand und die Entwässerung der Dächer in den Graben des Kollektors (zusätzlicher Temperatur bzw. Energieeintrag durch Grund- und Regenwasser).

Für die Anhebung der durch die Erdwärme vorgewärmten Soletemperaturen auf Heizungsniveau (35°C für Fußbodenheizungen, max. 40°C) sorgen in jedem Haus Weider Wärmepumpen. Durch den geringen Temperaturhub können diese sehr effizient arbeiten, als Ausgleich dienen Pufferspeicher mit 1.000 Liter Fassungsvermögen.

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SONNENWÄRME UND SONNENSTROM

Die zweite primäre Energiequelle für die Wärmeversorgung sind thermische Solarkollektoren von SST Solar, etwas mehr als 30 m² auf dem Dach jedes Hauses. Durch eine speziell ausgeklügelte Anlagenkonfiguration dienen diese nicht nur zur Bereitung von Warmwasser (hier ist ein höheres Temperaturniveau als für die Heizung notwendig: 50 bis 60°C), sondern werden intelligent in das Gesamtsystem eingebunden. Durch diese Lösung bleibt praktisch kein einziger Sonnenstrahl ungenutzt und die Solarthermieanlage ist höchst rentabel.

Für die Versorgung mit Strom aus Sonnenlicht sind alle drei Häuer mit einer PV-Anlage mit einer Fläche von 85 m² ausgestattet. Der Strom dient für den Bedarf von Wohnungen, Büro und Geschäft, und natürlich auch für die Haustechnik. Sommerliche Überschüsse werden in das Stromnetz eingespeist, so wird auch hier konsequent jeder Sonnenstrahl genutzt.

LÜFTUNG UND WÄRMERÜCKGEWINNUNG

Selbstverständlicher Teil des Passivhauskonzepts ist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Auch hier geht das Projekt „In der Mellen“ über den üblichen Standard, der die Abluft der Räumlichkeiten zur Vorwärmung der Zuluft nützt, hinaus. Nach diesem Prozess steckt nämlich immer noch eine Menge Energie in der Luft, die von den Wärmepumpen genutzt werden kann. Die Ingenieure von Weider Wärmepumpen haben in Zusammenarbeit mit dem Lüftungsspezialisten drexel und weiß eine technische Lösung entwickelt, die genau das leistet. Die geoAir® Technik von Weider hat dafür ein europäisches Patent erhalten.

So genießen alle Bewohner und Benutzer des Projektes 365/7/24 frische und unverbrauchte Luft, die energieeffizient vorgewärmt wird und als weitere Wärmequelle für das Gesamtsystem dient. In allen Gebäudeteilen – also den Büroräumlichkeiten, dem Sportgeschäft und den Wohnungen – kann die Zuluft im Sommer gekühlt (temperiert) werden. Das Büro Morscher kann außerdem über die Leitungen der Fußbodenheizung gekühlt werden.

EXERGIEMASCHINE UND SYSTEMGEHIRN

So richtig komplett wir das technische Meisterstück erst durch eine weitere Wärmepumpenkombination, die den klangvollen Namen Exergiemaschine trägt. Während wie oben beschrieben die Weider-Wärmepumpen die Grundlast übernehmen, könnte man die Exergiemaschinen von Varmeco als Wärmebooster für die höheren Temperaturbereiche bezeichnen. 

Zusammen mit einem vernetzten Regelsystem aus dem Haus Varmeco (VarCon 380 Pro) sorgen diese Exergiemaschinen dafür, dass alle vorgestellten Komponenten (und weitere wie die hygienische Warmwasserbereitung, Pumpen, die Fußbodenheizung usw.) wie in einem Orchester perfekt zusammenspielen. Keine Energie wird verschenkt, alles ist am richtigen Platz, Ressourcen werden bestmöglich genutzt und selbstlernende Regler-Algorithmen sorgen für eine permanente Verbraucheranpassung.

BEDIENUNGSKOMFORT UND BETRIEBSKOSTEN

Und was haben nun die Bewohner und Benutzer der Gebäude davon? Und wie schafft man es als technischer Laie, das gesamte System zu bedienen? Es ist ganz einfach: Die Bewohner wählen wie gewohnt mit einem einfachen Raumthermostat die gewünschte Temperatur und können bei Bedarf die Lüftung etwas anpassen (z.B. Partymodus, wenn einmal mehr Gäste zum Abendessen da sind). That’s it.

Alles andere läuft im Hintergrund ab. Ein wunderbares Wohnklima, Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, extrem niedrige CO₂-Emissionen, die Nutzung von Erneuerbarer Energie und den innovativste Heizungstechniken, vergleichsweise niedrige Betriebskosten, Umweltschutz und den Klimaaktiv-Gold-Standard gibt es quasi all-inclusive, wenn man in einem Morscher Wohnbauprojekt sein Zuhause findet.

Kein Wunder, dass es nur noch wenige „In der Mellen“ Restwohnungen zu haben gibt, und eine Reihe von weiteren neuen Projekten in Planung ist.

MORSCHER ÜBER SICH …

„Mit einem guten Verständnis für gute Architektur, einem hohen Qualitätsanspruch und der Fähigkeit, so nachhaltig und energieeffizient wie möglich zu bauen. Im Grunde ganz einfach. Das ist unser Morscher-Konzept, nach dem wir seit 1999 klimafit bauen und lebenswertes Wohnen ermöglichen.“

Eine Reihe von Auszeichnungen (z.B. Energy Globe Award 2023) unterstreichen dieses Engagement. Ein gutes Dutzend Passivhaus-Wohnprojekte, weitere Bauten und eine Übersicht über die (regionalen) Netzwerkpartner finden sich unter: https://www.morscher-bauprojekte.at/bauprojekte

WEITERDENKEN HEISST DIE DEVISE

Der Wille zur ständigen Weiterentwicklung ist der Antrieb für Günter Morscher, Gründer und Geschäftsleiter der Morscher Bauprojekte GmbH. Es geht ihm neben der konsequent nachhaltigen Ausrichtung beim Bauen auch um das Wohl der Menschen in seinen Häusern, um leistbares Wohnen und um einen ständigen Blick auf das Verhältnis von Input zu Output. Das Bauen und die Energiekonzepte sollen nicht zum Selbstzweck werden.

Das aktuelle Projekt „In der Mellen“ wird deshalb über die nächsten drei Jahre vom Fachbereich „Smart Building“ der FH Salzburg wissenschaftlich begleitet. Messungen und Auswertungen im Echtzeit-Betrieb werden Aufschluss über die tatsächliche Effizienz des innovatives Energiekonzept geben. Damit der Standard gehalten und die nächsten Projekte noch ein Quäntchen besser werden können.

Haustechnische Einblicke

TECHNIKDETAIL: Weider geoAir®-Technologie

Diese innovative Lösung vereint eine hocheffiziente Erdwärmepumpe mit einer komfortablen Lüftungsanlage, um ein Höchstmaß an Effizienz, Behaglichkeit und Kosteneinsparungen zu bieten. Die Fortluft der Lüftung wird dabei zur Soleerwärmung genutzt. Über einen Wärmetauscher ist somit eine ganzjährige Erdreichregeneration ermöglicht. Dies führt zu erheblichen Kosteneinsparungen für die Erderschließungsarbeiten in die Tiefe und minimiert den Platzbedarf für Erdwärmequellen, was für Bauherren zu enormer Kostenersparnis führt.

Details, klare Vorteile und Rechenbeispiele

Förderkompass: Hier finden Sie alle Förderungen für Ihr Bundesland

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